Vertraulich · Ohne Agenda · Ich komme zu dir
Im Netz sagt jeder alles. Einander sagen wir nichts.
Im Netz wird in drei Zeilen abgeurteilt, was einer in dreißig Jahren aufgebaut hat. Kein Zögern, keine Rücksicht, kein Nachdenken. Es kostet ja nichts.
Dieselben Leute sitzen einander gegenüber und bringen den einen Satz nicht heraus, auf den es ankäme. Weil man vorsichtig sein muss. Weil man nicht anecken will. Weil der andere es in den falschen Hals kriegen könnte.
Also sagt man die Hälfte. Oder nichts. Und den Rest redet man hinterher mit jemand anderem.
Nicht, dass dir keiner zuhört. Dass dir keiner mehr etwas sagt.
Und ich war jahrelang einer von denen, die genau das verhindert haben.
Wenn mir einer etwas gesagt hat, das gestimmt hat — etwas, bei dem sich in mir alles gewehrt hat —, dann hab ich ihn mundtot gemacht. Nicht laut. Mit einem Argument, mit einem Lächeln, mit einem Themenwechsel. Es hat jedes Mal funktioniert.
Was ich damals nicht gefragt hab: Wer wehrt sich da gerade? Und wogegen?
Was ich anbiete, sind zwei Stunden mit jemandem, der nichts zu verlieren hat.
Ich arbeite nicht für dich. Ich fahr nicht hin, um dir einen zweiten Termin zu verkaufen, und ich steuere das Gespräch nicht so, dass du mich wieder buchst. Deshalb kann ich dir sagen, was ich sehe — und deshalb ist es unangenehm.